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Aarau
16.01.2026

Nach Konkurs rückt Walthersburg Kauf von 2019 wieder ins Zentrum

Bild: Canva
Die Betriebsgenossenschaft Seniorenzentrum Walthersburg hat am Dienstag, 13. Januar 2026, ihre Bilanz deponiert und den Betrieb eingestellt. Damit ist der Konkurs des Seniorenzentrums formell eingetreten.

Der Konkurs verleiht einer aktuellen Anfrage im Einwohnerrat zusätzliche Brisanz. Christian Oehler von der FDP verlangt vom Stadtrat umfassende Antworten zum Kauf der Liegenschaft im Jahr 2019. Damals bewilligte der Einwohnerrat einen Kredit von 33,58 Millionen Franken, obwohl bereits Zweifel an der Bewertung und am Geschäftsmodell geäussert wurden.

Konkret wird die damalige Immobilienbewertung durch Wüest Partner hinterfragt. Die Anfrage kritisiert, dass die Walthersburg wie eine klassische Kapitalanlage beurteilt worden sei. Aus Sicht von Oehler seien Mieterträge und Zinssätze zu optimistisch eingeschätzt worden. Eine alternative Berechnung für einen nachhaltigen Betrieb als Alterswohnzentrum komme auf einen Wert von rund 27 Millionen Franken.

Kontrolle, Risiken und mögliche Interessenkonflikte

Der Stadtrat soll darlegen, wie die jährliche Kontrolle von Prozessen, Ressourcen und Finanzströmen organisiert war und welches Risikomanagement zur Anwendung kam. Zudem wird gefragt, wie Risiken wie offene Mietzinse oder Zahlungsfristen beurteilt und überwacht wurden.

Ein weiterer Punkt betrifft die Unabhängigkeit von Wüest Partner. Oehler möchte wissen, ob mögliche wirtschaftliche Verflechtungen mit der damaligen Verkäuferin Swiss Re geprüft wurden und ob der Stadtrat entsprechende Überlegungen angestellt hat.

Finanzielle Folgen und Zukunftsszenarien

Von zentraler Bedeutung sind die finanziellen Auswirkungen des Konkurses. Der Stadtrat wird aufgefordert, den aktuellen Verlust zulasten der Stadt Aarau zu beziffern und aufzuzeigen, welche Wertkorrekturen für die Liegenschaft Walthersburg daraus resultieren.

Gleichzeitig verlangt die Anfrage eine Einschätzung zu künftigen Nutzungsszenarien. Im Fokus stehen dabei sowohl ein weiterhin kostendeckender Betrieb als Alterszentrum als auch eine mögliche Umnutzung zu Mietwohnungen. Gefragt wird nach den Konsequenzen für Zonierung, Finanzierung und bauliche Massnahmen.

Aarau24
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