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Schweiz
10.06.2026
10.06.2026 18:27 Uhr

Patrick Fischer äussert sich emotional erstmals zur Covid-Affäre

Patrick Fischer schildert seine Sicht der Affaire in einem Interview auf seinem youtube-Kanal Bild: Sreenshot youtoub-Kanal Patrick Fischer
Der ehemalige Nationaltrainer spricht in einem emotionalen und bewegenden Video über seine Freistellung, den Druck des Verbands und seine Sicht auf die Zusammenarbeit mit dem SRF.

Rund zwei Monate nach seiner Freistellung hat sich Ex-Nationaltrainer Patrick Fischer erstmals ausführlich zur Affäre um ein gefälschtes Covid-Zertifikat geäussert. In einem rund 35-minütigen Interview auf seinem YouTube-Kanal blickt der 50-Jährige auf die Ereignisse der vergangenen Monate zurück.

Hohe Vertragsstrafe befürchtet

Fischer erklärt, der Schweizer Eishockeyverband habe ihm im Herbst 2021 einen Vertrag mit einer Covid-Klausel vorgelegt. Diese habe ihn verpflichtet, sämtliche Einsätze als Nationaltrainer wahrzunehmen. Bei einer Verhinderung wegen eines fehlenden Impfzertifikats hätten ihm laut eigenen Angaben finanzielle Konsequenzen von über einer halben Million Franken gedroht.

Rückblickend bezeichnet Fischer seinen damaligen Entscheid als Fehler. Er hätte den Vertrag besser nicht unterschreiben und die Konsequenzen akzeptieren sollen, sagt er im Interview.

Kritik an SRF

Ausführlich äussert sich der frühere Nationalcoach auch zur Berichterstattung des SRF. Er sei davon ausgegangen, dass Gespräche mit einem SRF-Journalisten während eines gemeinsamen Mittagessens «off the record» gewesen seien. Umso grösser sei seine Enttäuschung über die spätere Entwicklung gewesen.

Fischer wirft dem Sender vor, die Abmachungen anders interpretiert zu haben und fühlt sich dadurch ungerecht behandelt.

Stolz auf sportliche Erfolge

Trotz der turbulenten letzten Monate blickt Fischer mit Stolz auf seine Amtszeit zurück. Unter seiner Führung erreichte die Schweiz dreimal in Folge den WM-Final und führte während eines Turniers erstmals die Weltrangliste an.

Die Unterstützung aus der Bevölkerung und von Wegbegleitern habe ihn und seine Familie tief bewegt. Künftig wolle er seine Erfahrungen aus Spitzensport, Führung und Mentaltraining weitergeben.

Das Interview wurde von der Signorell GmbH produziert, die seit mehreren Jahren am Dokumentarfilm «Spirit of Hockey» arbeitet. Der Film mit Roman Josi, Nico Hischier, Nino Niederreiter, Mark Streit, Timo Meier und Patrick Fischer soll im Oktober in die Schweizer Kinos kommen.

 
pw
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