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Schweiz
04.01.2026

Update: Brandkatastrophe von Crans-Montana: Identifikation, Ursache und unendliche Trauer

Bild: Keystone SDA
Tödlicher Silvesterbrand in «Le Constellation» erschüttert Schweiz – Ermittlungen, Identifizierungsarbeit, vor allem aber die Betreuung der Schwerverletzten dauern an

In den letzten 24 Stunden haben Behörden und Ermittler neue Details zur Brandkatastrophe vom 1. Januar 2026 in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana bekanntgegeben und die schwierige Phase der Opferidentifikation weiter vorangetrieben. Bei dem Feuer, das gegen 1.30 Uhr ausbrach, sind rund 40 Menschen ums Leben gekommen und 119 weitere verletzt worden, viele davon schwer oder lebensbedrohlich. Aufgrund der Schwerde der Verletzungen könnten die die Opferzahlen weiter steigen.

Ermittlungen zur Ursache: Funken am Champagner verantwortlich?

Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass das Feuer möglicherweise durch Wunderkerzen auf Champagnerflaschen ausgelöst wurde, die zu nahe an der Decke gehalten wurden und dort brennbares Material entflammt haben könnten. Diese Theorie basiert auf bisherigen Befunden und Zeugenaussagen; offizielle Ergebnisse stehen aber noch aus. Die Staatsanwaltschaft untersucht dabei auch, ob Brandschutzauflagen, Fluchtwege und Baustoffe den gesetzlichen Bestimmungen entsprachen.

In Zusammenhang damit wurde auch eine mögliche Flashover-Situation festgestellt, bei der sich das Feuer extrem rasch und unkontrolliert in einen Vollbrand entwickelt haben könnte. Aufgrund von zu kleinen Fluchtwegen und Panik konnten die Besucher der Party wohl nicht mehr rechtzeitig flüchten. 

Brand in der Bar und Lounge „Le Constellation“ in Crans-Montana Bild: Quelle: X

Identifikation und Zustand der Verletzten

Die Identifikation der Opfer gestaltet sich aufgrund schwerer Verbrennungen als äusserst anspruchsvoll. Behörden bestätigten, dass mehrere Tote identifiziert werden konnten und Angehörigen übergeben wurden. Es handelt sich um zwei Schweizerinnen im Alter von 21 und 16 Jahren sowie zwei Schweizer im Alter von 18 und 16 Jahren. Die meisten der 119 Verletzten wurden ebenfalls identifiziert und befinden sich in Behandlung; viele in spezialisierten Brandverletzten-Zentren in der Schweiz und im Ausland, darunter auch Italien und Deutschland.

Schwer verletzte Jugendliche aus Crans-Montana im Zürcher Kinderspital – langwierige Behandlung erwartet

Im Brandverletztenzentrum des Kinderspitals Zürich werden derzeit fünf schwer verletzte Jugendliche behandelt, die beim verheerenden Brandunglück in Crans-Montana in der Silvesternacht lebensgefährliche Verbrennungen erlitten haben. Alle Patientinnen und Patienten sind unter 18 Jahre alt und befinden sich gemäss dem Kinderspital im künstlichen Koma. Teilweise weisen sie Verbrennungen von über 70 Prozent der Körperoberfläche auf – ein Zustand, der eine äusserst komplexe, langwierige und belastende Behandlung erfordert.

Wie SRF in der «Tagesschau» berichtet, stehen die behandelnden Teams vor einer medizinischen Ausnahmesituation. Chefärztin Kathrin Neuhaus erklärt, dass in den ersten Behandlungstagen die genaue Einschätzung der Verletzungen und die Entfernung der nicht mehr durchbluteten Haut im Vordergrund stehen. Dieser Schritt sei entscheidend, um Infektionen und Komplikationen zu verhindern.

Anschliessend folgt eine lange Serie von Operationen, bei denen zerstörte Hautpartien durch Eigenhauttransplantationen ersetzt werden müssen. Neuhaus spricht gegenüber SRF von einer zweistelligen Zahl notwendiger Eingriffe. Um diese Behandlungen zu bewältigen, werden zusätzliche Operationssäle geöffnet. «Im Moment planen wir, mit jedem Patienten jeden zweiten Tag in den OP zu gehen», so die Chefärztin.

Die intensive Versorgung der jungen Brandopfer führt dazu, dass im Kinderspital Zürich andere geplante Operationen verschoben werden müssen. Die Klinik betont gegen über SRF jedoch, dass die Versorgung der Schwerverletzten oberste Priorität habe.

Rettungs- und Ermittlungsarbeiten

Die regionale Polizei, Feuerwehr, medizinische Teams und spezialisierte Ermittler arbeiten weiterhin intensiv am Unglücksort und in den Krankenhäusern. Anwohner und Betroffene haben Hilfs-Hotlines zur Verfügung, während die Polizei weitere Aussagen und Untersuchungen sammelt. Die Identifikation der Opfer mittels DNA, Zahnstatus und Bekleidung läuft.

Bild: Keystone SDA

Nationale und internationale Reaktionen

Die Tragödie hat weitreichende Betroffenheit ausgelöst: In der Schweiz wurde eine fünf­tägige Trauerzeit ausgerufen. Schweizer Behörden sowie internationale Partner haben ihre Anteilnahme ausgedrückt. Präsident Guy Parmelin bezeichnete das Ereignis als eine der schwersten Katastrophen in der jüngeren Schweizer Geschichte. Am heutigen Samstag Nachmittag wird Bundesrat Jans in Crans-Montana am Unglücksort erwartet. 

pw
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