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Aarau
18.01.2026
18.01.2026 13:31 Uhr

Ausstellung beleuchtet Macht von KI-Bildern

Zeitdokument oder Zeitreise? Ein gefaktes historisches Bild kann die Geschichtsschreibung verändern. Bild: Basil Stücheli Foto: KI-generiert
Echte Fotos oder KI-Fakes? Eine Plakat-Ausstellung in Aarau fordert ab 15. Januar zum genauen Hinsehen und kritischen Denken auf.

Ab dem 15. Januar macht die Plakat-Ausstellung «What the Fake?» in der Aarauer Altstadt sichtbar, wie schwer sich echte Bilder von KI-generierten Darstellungen unterscheiden lassen. Stationen der Ausstellung sind unter anderem die Fassade der Aargauer Kantonsbibliothek sowie das Treppenhaus des Stadtmuseum Aarau. Die Bildpaare laden Passant:innen dazu ein, innezuhalten und die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen.

Lokaler Bezug und neue Bildpaare

Für die Aarauer Ausgabe wurden zwei neue Bildpaare exklusiv entwickelt. Eines davon wird am 15. Januar erstmals präsentiert und greift die Debatte um die sogenannte Manosphere auf. Thematisiert werden digitale Räume, in denen zugespitzte Männlichkeitsbilder kursieren und durch Algorithmen verstärkt werden. Das zweite neue Bildpaar ist an der Fassade der Aargauer Kantonsbibliothek zu sehen. Ausgangspunkt bildet ein historisches Foto des Brückenbaus aus dem Staatsarchiv Aargau, das mit einer KI-Version kontrastiert wird und Fragen nach Fortschritt, Zeitwahrnehmung und visueller Deutungshoheit aufwirft.

Interaktives Konzept mit gesellschaftlichen Themen

Insgesamt treten neun Bildpaare gegeneinander an. Besucher:innen entscheiden selbst, ob sie ein Bild für echt oder manipuliert halten. Die Motive behandeln gesellschaftlich relevante Themen wie Krieg, Naturkatastrophen, Sexismus, Demokratie, Kinder im Netz, Rassismus, Migration, Geschichtsschreibung und KI-Influencer:innen. Über QR-Codes stehen vertiefende Informationen und Hilfsangebote zur Verfügung.

Zusammenarbeit von Fotografie und KI

Entstanden sind die Bildpaare in Zusammenarbeit mit dem Fotografen und KI-Experimentator Basil Stücheli. Er sagt: «Diese Ausstellung war für mich bisher die grösste Herausforderung mit generativer Fotografie. Besonders spannend war der hohe Anspruch an Realismus, der nur durch viele Versuche und Experimente zu erreichen war.» Die Weiterentwicklung von Chat-to-Edit-Modellen habe den Arbeitsprozess deutlich beschleunigt.

Laufzeiten und Projektträger

Die Bildpaare sind vom 15. bis 28. Januar 2026 in der Aarauer Altstadt zu sehen. Im Stadtmuseum Aarau bleiben sie bis zum 1. März 2026 ausgestellt. Drei Bildpaare an der Aargauer Kantonsbibliothek hängen bis Ende 2026.

Die Ausstellung ist ein Projekt des gemeinnützigen Vereins Conscious Influence Hub und wurde in Zusammenarbeit mit Ringier realisiert. Zuvor war «What the Fake?» bereits in Olten und Engelberg zu sehen. Im Stadtmuseum Aarau ergänzt die Plakat-Ausstellung die Wechselausstellung New Realities – wie Künstliche Intelligenz uns abbildet und vertieft die Auseinandersetzung mit KI-generierten Bildern.

Aarau24 (glb)
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